Mit Wut umgehen | SelbstsicherLive

Mit Wut umgehen | #SelbstsicherLive.09

Damit Wut nicht zur Aggression wird – Live-Aufzeichnung

Wut ist eine natürliche Emotion, die uns spätestens mit 4 Jahren regelmässig trifft. Die Frage ist, wie damit umgehen? Laut werden, still werden, weglaufen? Es gibt bessere Lösungen um mit Wut umzugehen.

#SelbstsicherLive findet immer sonntags um 18:15 Uhr live mit Michael Moesslang zu unterschiedlichen Themen rund um Selbstsicherheit, Persönlichkeit, Erfolg und Zufriedenheit auf Facebook statt! Dort kannst Du Deine Fragen, Anregungen und Themenwünsche stellen. Die Aufzeichnung lade ich jeweils hier auf den Blog hoch.

SelbstsicherLive.09 | Mit Wut umgehen – Michael Moesslang – jetzt selbstsicher! 💎

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Wut ist ein Zustand, in dem wir scheinbar die Kontrolle verlieren. Wir reagieren nicht mehr rational. Bei Kindern zeigt sie sich ab 4 Jahren besonders deutlich, Erwachsene gelten schnell als unbeherrscht und cholerisch.

 

Voran geht die Enttäuschung

In den meisten Fällen werden wir wütend, weil wir enttäuscht sind. Genauer gesagt haben, weil wir uns in unseren Erwartungen getäuscht haben. Weil etwas nicht so gelaufen ist, wie erwartet oder weil sich jemand nicht so verhalten hat, wie erwartet.

Es liegt also oft an unseren eigenen Erwartungen. Übrigens, auch wer aus Ungeduld wütend wird, hatte die Erwartung, dass es schneller geht. Oder aus Ohnmacht: Wer im Stau wütend wird, wird es aus der Ohnmacht (Machtlosigkeit) nichts, vor allem nicht das tun zu können, was er eigentlich will.

 

Wir kreieren Trigger

Doch wie ist das mit Menschen, die uns auf die Palme bringen? Im Grunde genauso, nur, dass wir bei bestimmten Menschen oder Situationen schon früher gelernt haben, dass sie nicht unseren Erwartungen entsprechen. Wenn diese besonders abweichen, dann bringt uns womöglich der bloße Anblick schon zur Weißglut. Es hat sich etwas aufgestaut. Die Person (oder Situation oder ein Gegenstand) ist zu einem Trigger geworden.

 

Wer wird wie wütend?

Natürlich verhält sich nicht jeder Mensch gleich. Manche werden schneller wütend als andere. Die Ursachen liegen teils in der Persönlichkeit begründet, also in den angeboren oder frühkindlich geprägten, unveränderbaren Charaktereigenschaften. Andere haben durch ihr Leben viele schlechte Erfahrungen gemacht (und so jede Menge Trigger gesammelt). Außerdem werden Menschen mit Sucht, Depression, Narzissmus, Borderline oder anderen Krankheitsbildern oft schneller wütend. Das liegt auch daran, dass sie sich aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigung nicht so gut im Griff haben.

 

Doch keine Wut zeigen heisst nicht, nicht wütend zu sein

Manche Menschen haben sich gut im Griff – meistens. Nach außen. Denn auf einmal läuft das Faß über und es bricht dann doch aus Ihnen heraus. Oder sie fressen es immer wieder in sich hinein. Dass dies auf Dauer zu ernsthaften Problemen führen kann (oder muss!), ist logisch.

 

Wenn Wut zur Aggression wird

Es gibt drei typische Reaktionen:

  1. in sich hineinfressen – diese Menschen werden dann meistens sehr still und leiden innerlich
  2. davon laufen – auch das ist eine Art von Unterdrücken, wobei entscheidend ist, ob danach 1. oder 3. stattfindet
  3. laut und aggressiv werden – so haben wir als Kinder alle erst Mal reagiert

Letztere schreien andere an (weil wir unseren Willen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen wollen), brüllen lauthals in der Gegend rum, werfen mit Porzellan um sich, treten gegen Spiegel von Autos ab und werden im schlimmsten Fall sogar gegen andere und sich selbst aggressiv. Warum? Weil sie in diesem Moment denken, dass sie sich abreagieren müssen, dass die Wut irgend wie raus muss und dass die (körperlichen) Kräfte aufgebraucht werden müssen. Sogar eigene Schmerzen helfen Ihnen, die Wut weniger zu spüren.

 

Aggression ist keine Lösung

Natürlich ist Gewalt in keiner Form einen Lösung. Und sie hilft auch nicht wirklich. Denn die Gedanken kreisen danach noch stunden- oder gar tagelang um diese Sache. Die Wut steigt dabei jedes Mal wieder auf. Die Abreaktion war nur ein kurzfristiges Aufschieben. Statt wie erhofft, geht es uns nicht besser, sondern noch schlechter.

Und bei schlimmen Wut-Reaktionen kommt noch die Reue dazu.

 

Wege aus der Wut

Wie nun mit Wut umgehen? Klassisch wird das Gespräch empfohlen. Doch wer wütend ist, ist selten bereit für ein sachliches Gespräch. Versuch mal mit einem sehr aufgeregtem Menschen ein ruhiges Gespräch zu führen! Der Rapport ist nicht möglich, er wird vermutlich eher noch wütender.

Natürlich würde es helfen, sich körperlich durch Sport abzureagieren. Wenn den jetzt in diesem Moment die Gelegenheit da ist. Eine Stunde vorher oder hinterher bringt das nichts. Emotionen sind etwas für den Augenblick.

Was Dir helfen kann, wenn Du weißt, dass Du in bestimmten Situationen wütend wirst, ist eine der folgenden Möglichkeiten:

  • spanne alle Deine Muskeln mit aller Kraft für 5–10 Sekunden an und lasse dann los (progressive Muskelentspannung)
  • meditiere und gehe dabei in einer Imagination in diese Situationen und kreiere Dir einen stärkenden Ausstieg oder stärkende Ressourcen
  • dissoziiere Dich – das heisst, dass Du Dich in diesen Momenten von außen wahrnimmst

Das Dissoziieren ist meine Lieblingstechnik. Ich selbst kann dadurch absolut ruhig, gelassen und selbstischer bleiben. In jeder Situation, die mich früher auf die Palme gebracht und wütend gemacht hat. Ich habe sie in einigen meiner Kurse drin und auch im ein oder andere Video schon angesprochen oder erklärt.

herzlich Dein Michael

 

 

 

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