Perfektionismus | SelbstsicherLive05

Perfektionismus | #SelbstsicherLive.05

Dem Perfektionismus entkommen – Live-Aufzeichnung

Pedant, Erbsenzähler, Korinthenkacker – der Perfektionist hat keinen guten Ruf. Trotzdem bezeichnen sich die meisten so. Und leiden darunter.

#SelbstsicherLive findet immer sonntags um 18:15 Uhr live mit Michael Moesslang zu unterschiedlichen Themen rund um Selbstsicherheit, Persönlichkeit, Erfolg und Zufriedenheit auf Facebook statt! Dort kannst Du Deine Fragen, Anregungen und Themenwünsche stellen. Die Aufzeichnung lade ich jeweils hier auf den Blog hoch.

SelbstsicherLive.05 | Perfektionismus – Michael Moesslang – jetzt selbstsicher! 💎

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Ist Perfektionismus schlecht?

Wörter mit „ismus“ am Schluß verwenden wir entweder in der Kunst oder für etwas, das ein Extrem ist. Also übertrieben. Und wenn Du darunter leidest, dass es Dir nie gut genug ist oder, dass anderes darunter leidet, dass Du es perfekt machen willst, dann ist Perfektionismus offensichtlich etwas Negatives.

 

Anforderung Perfektion

Trotzdem gibt es genug Bereiche, in denen es hundertprozentig perfekt sein muss. Die Bremsen eines ICE 4 müssen bei jedem Wetter bis zu 455 Tonnen mit 1000 Passagieren abbremsen – absolut zuverlässig. Ein Flugzeug muss nicht nur perfekt konstruiert und gebaut sein, auch bei Wartung und Betrieb darf kein Fehler auftreten, der sicherheitsrelevant ist. Und auch vom Laborchemiker, Reinraum-Ingenieur oder Chirurgen erwarten wir Perfektion.

Über Perfektion in Kunst oder Küche spreche ich im Video.

 

Karrieremaßstab Perfektion

Menschen, die wenig Fehler machen und sehr genau in ihrer Arbeit sind, werden weitere Eigenschaften zugeschrieben:

  • ehrgeizig
  • verantwortungsbewusst
  • ordentlich
  • und in der Folge sogar kompetent

Dabei besteht keineswegs automatisch ein Zusammenhang. Doch die genannten Eigenschaften sind hilfreich für eine Karriere.

 

Wie es zu Perfektionismus kommt

Anfangs erwarten Eltern nichts von ihren Kindern. Doch schon bald bringen Sie uns Dinge bei und erwarten mehr und mehr, dass wir diese richtig machen. Machen wir Fehler sind die Eltern sauer oder schimpfen uns. Das erleben wir nicht als „das kannst Du besser“ sondern als „ich bin schlecht.“ Mehr noch: Wir denken der laute Ton oder der grimmige Gesichtsausdruck bedeuten, dass uns Mama oder Papa nicht mehr liebt. Aus und vorbei. So verknüpft unser Unterbewusstsein Fehler mit Ablehnung, Ausgrenzung und Liebesentzug.

Wir glauben also alles perfekt machen zu müssen, um akzeptiert und geliebt zu werden.

Dass wir Deutschen jahrzehntelang weltbeste Qualität produziert und davon profitiert haben, unterstützt den persönlichen Perfektionismus zusätzlich.

 

Was Perfektionismus anrichtet

Zum einen hast Du als Perfektionist das Gefühl, nie fertig zu werden, nie zufrieden zu sein. Es könnte ja immer noch besser gehen. Perfektionismus kostet Zeit, Energie und Geld. Und gefährdet andere, wichtige Dinge. Beispielsweise andere Projekte und Aufgaben. Doch Du verlierst auch Dich selbst, Freude und Freunde.

Auch psychisch macht es eine Menge mit uns: der Selbstwert geht runter. In schweren Fällen kann es zu Zwangsstörungen und ernsthaften Krankheiten (inkl. Burn-Out, Anorexie, Sucht …) kommen.

 

Ein bisschen Perfektion muss sein

„Habe keine Angst vor Perfektion, Du wirst sie nie erreichen,“ hat der berühmte Maler Salvador Dalí zurecht gesagt.

Ich bin schon der Meinung, dass es gut ist, in bestimmten Dingen eine zuvor definierte Perfektion anzustreben. Anzustreben, nicht zu erreichen. Denn es ist ebenso wichtig zu erkennen, wann der Weg zur Perfektion weit genug beschritten ist, um nicht in Perfektionismus auszuarten.

 

Was kannst Du tun?

  1. Definiere vorher was Du erreichen möchtest. Das bedeutet auch, dass Du festlegst, wie viel Qualität ausreichend ist (Good-Enough-Quality) und was Dir überhaupt wichtig ist.
  2. Mit welchem Maß an Perfektion kannst Du zufrieden sein? Wie viel bist Du bereit davon an Zeit, Energie und Geld zu investieren?
  3. Das Pareto-Prinzip besagt: mit 20 % des Aufwands erreichst Du 80 % des Erfolgs. In den meisten fällen reichen 80 % Perfektion allemal.
  4. Viele Perfektionisten beginnen mit einer Analyse. Dazu braucht man viel Information, bei deren Sammlung man es auch perfektionistisch übertreiben kann. Die analysierten Daten müssen strukturiert werden um ausgewertet und beurteilt zu werden. Ist man nach langem Abwägen zufrieden, kann man sich an die Planung machen. Bis hierhin ist noch kein Schritt umgesetzt. Ergo: Analysiere, strukturiere und plane weniger, komme schnell ins Tun.
  5. Denke immer ans Große und Ganze. Das Ganze ist wichtiger als das Detail. Perfektionisten verlieren sich gerne im Detail und verlieren das Ganze aus den Augen.
  6. Du bist nicht Dein Verhalten oder Deine Arbeit. Machst Du eine Fehler bedeutet das nicht, dass Du weniger wert bist. Du bist perfekt wie Du bist.
  7. Du kannst es nie allen recht machen. Du musst nicht jeden mögen und nicht jeder muss Dich mögen. Wer versucht es allen recht zu machen, vergisst dabei sich selbst.

 

Selbstbewusstsein ist der Schlüssel

Selbstbewusstsein bedeutet Dir bewusst zu sein, wann Du für Dich angemessen denkst, handelst und empfindest. Achte darauf, wie weit Du gehen willst und was das Streben nach Perfektion mit Dir macht. Treibt es Dich ausreichend an, ohne in energieraubenden Perfektionismus zu auszuarten? Dann bist Du auf einem guten Weg!

herzlich Dein Michael

 

 

 

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